BIG DATA

Das große
Miteinander

„Bewegungsströme zur Erstellung von Sicherheitskonzepten nutzen zu können, ist für mich ein echter Mehrwert für den Karneval.“

Jacques Tilly, Bildhauer

Der Karneval im Rheinland zieht jedes Jahr über eine Million Menschen in die Hochburgen Düsseldorf und Köln. Dass gerade der Düsseldorfer Rosenmontagszug so beliebt ist, liegt unter anderem an diesem Künstler: Jacques Tilly. Der berühmte Wagenbauer entwirft und baut jedes Jahr die bunten, zum großen Teil politkritischen Wagen, die medial durch TV-Übertragungen und Verbreitung in sozialen Medien eine große Reichweite erfahren. Viele Jecken wollen diese Kunstwerke live und vor Ort erleben, weshalb Stadt und Verbände an ausgefeilten Sicherheits- und Verkehrskonzepten arbeiten. Sven Gerling vom Comitee Düsseldorfer Carneval erfährt im Gespräch mit Alexander Lange, Leiter Transport Analytics bei Telefónica NEXT, inwieweit anonymisierte Mobilfunkdaten diese Konzepte beeinflussen und verbessern.

Was für Außenstehende immer komplexer wirkt, macht vieles im Alltag einfacher: Big Data. Gewaltige, exponentiell wachsende Datenströme bringen eine Vielfalt neuer Möglichkeiten mit. Denn aus der Analyse von anonymisierten Mobilfunkdaten entsteht ein erheblicher Mehrwert für Wirtschaft, Gesellschaft und damit letztlich für den Verbraucher. Ein besseres Angebot im öffentlichen Nahverkehr? Mehr Sicherheit auf Großevents? Weniger Staus und Emissionen? All das ist möglich. Die Analyse lässt vieles planbarer und damit effizienter werden. Und was vorhersehbar ist, garantiert mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit – für Alle.

Telefónica Deutschland gestaltet diese Entwicklungen im Markt aktiv mit und nutzt das enorme Wachstumspotenzial von Big Data. Im alltäglichen Netzbetrieb anfallende Mobilfunkdaten werden anonym verarbeitet und daraus wichtige Erkenntnisse für die Gesamtbevölkerung abgeleitet. Gleichzeitig setzt Telefónica sich dafür ein, dass die Datenhoheit beim Kunden bleibt und er sein digitales Leben souverän gestalten kann. Hinter jeder Entscheidung stehen die wichtigsten Leitlinien des Unternehmens: Datenschutz, Innovation und Transparenz.

Karneval im Rheinland

Das Verkehrs- und Sicherheitskonzept der Städte Düsseldorf und Köln muss an den närrischen Tagen mit Hunderttausenden von karnevalsbegeisterten Jecken rechnen. Doch von wo aus reisen die Menschen an? Wo halten sie sich auf? Und wann wird es wieder ruhiger? Der Show Case aus dem Rheinland zeigt anschaulich, wie und wo sich die Menschen an Karneval bewegen.

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Reisen nach Köln zum Karnevalsauftakt am 11.11.


Eine Reise wird im Datensatz als eine Bewegung über mindestens zwei Kilometer zwischen zwei längeren Aufenthalten definiert. Dle Daten wurden vor der Analyse anonymisiert. Das eingesetzte Verfahren trägt das Siegel für TÜV-geprüften Datenschutz und wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit entwickelt. Der Datenschutz erfüllt strengste Ansprüche des deutschen Telekommunikationsgesetzes.

11.11. - Start in die fünfte Jahreszeit

 

Der Karneval 2017 begann in Köln traditionsgemäß am 11.11., der 2017 auf einen Samstag fiel. Im Vergleich mit einem durchschnittlichen Samstag außerhalb der närrischen Zeit ist gut erkennbar, wie Köln zum 11.11. Reisende aus einem deutlich größeren Einzugsgebiet anzieht. Während an einem regulären Samstag rund 55.000 Menschen aus 30 Kilometer oder mehr entfernten Orten nach Köln fahren, sind es zum Karnevalsauftakt fast doppelt so viele.

Anzahl der Einreisen nach Köln
04.11.11.11.
> 10 km340.000408.000
> 20 km110.000170.000
> 30 km55.000100.000
> 40 km34.00063.000

Kölner Stadtverkehr am 11.11.

 

An einem durchschnittlichen Wochentag ist die gesamte Kölner Innenstadt gut frequentiert.

Zum Karnevalsauftakt konzentrieren sich die innerstädtischen Einreisen stark auf die Altstadt, während sich die Menschen an einem regulären Wochentag breiter verteilen. Solche Erkenntnisse können u.a. dem Öffentlichen Nahverkehr zugute kommen.

Stadtviertel mit den meisten innerstädtischen Einreisen
04.11.11.11.
Top 1AltstadtAltstadt
Top 2Altstadt-NordAltstadt-Süd
Top 3Neustadt-NordKalk

Rosenmontag in Köln und Düsseldorf

 

Der Höhepunkt des rheinischen Karnevals ist der Rosenmontagszug. Dabei konkurrieren Köln und Düsseldorf um die besten Festwagen, die meisten Kilo Kamelle und die größte Zahl an Zuschauern.

Die Daten zeigen deutschlandweites Interesse für beide Umzüge, gemessen an der Anzahl der Einreisen in die beiden Städte zum Rosenmontag.

Anteil an Gesamteinreisen von 5-24 Uhr
Düsseldorf: 38 Prozent
Köln: 62 Prozent

Rosenmontag regional betrachtet

 

Die Karnevalsumzüge in Köln und Düsseldorf am Rosenmontag beginnen zeitversetzt um 10 Uhr und um 11.30 Uhr.

Bei der liebevoll gepflegten Konkurrenz zwischen den Städten zeigen die Daten die regionale Herkunft der Besucher zum Rosenmontag. Bei vielen Gemeinden im Grenzgebiet wie Solingen (75%), Mönchengladbach (60%) oder Monheim (60%) entscheiden sich die Einwohner mehrheitlich für den Ausflug nach Düsseldorf. Das Einzugsgebiet von Köln liegt zu Karneval vor allem südlich der Stadt.

Kölner "Veedelszöch" am Dienstag

 

Die Tradition des Karnevalsumzugs gilt nicht nur für die Kölner Innenstadt. Am Dienstag werden zum Ausklang der Karnevalswoche in verschiedenen Stadtteilen eigene Umzüge organisiert. Diese so genannten "Veedelszöch" mobilisieren noch einmal die Karnevalisten. Das zeigt auch die Analyse der Reisen zum Karnevalsdienstag in Köln.

Beliebteste Viertel am Karnevalsdienstag
Ehrenfeld: 19.947 Reisen
Nippes: 17.779 Reisen
Mühlheim: 17.563 Reisen

 

Kumulierte Einreise-Bewegungen in die jeweilige PLZ am Karnevalsdienstag 2017 von 11-16 Uhr.

Big Data in Zahlen

Jeden Tag erzeugen wir

2.500.000.000.000.000.000

Bytes an Daten (2,5 Trillionen). Das sind 488.000.000.000.000 DIN A4 Blätter mit Notizen, die gestapelt 39 Mio. Kilometer hoch sind. Das entspricht dem 100-Fachen der Entfernung von der Erde bis zum Mond.

90%

aller existierenden Daten wurden alleine in den letzten zwei Jahren generiert.

 

90%

aller erzeugten Daten sind „unstrukturiert“, bestehend aus Texten, Bildern, Sensordaten, Audiodateien, Videos, Streams und Protokolldateien. 

 


Erst eine Strukturierung der Daten ermöglicht sinnvolle Anwendungen. So konnte in den USA anhand tausender Tweets der weitere Verlauf einer Grippewelle erkannt und eingedämmt werden. 

Datenschutz bei Telefónica Deutschland

Unser Versprechen

Wir setzen uns dafür ein, dass die Datenhoheit bei unseren Kunden verbleibt und sie ihr digitales Leben souverän gestalten können. Dafür schützen wir alle Daten in unseren Produkten, Prozessen und Systemen und stellen eine datenschutzkonforme Geschäftstätigkeit der Telefónica Deutschland sicher. Wir agieren dabei einfach und transparent und tauschen uns frühzeitig mit allen relevanten Interessengruppen aus.

Unsere Leitlinien

Selbstbestimmung: Personenbezogene Daten gehören unseren Kunden. Telefónica Deutschland geht verantwortungsvoll mit diesen Daten um und setzt sich dafür ein, dass die Datenhoheit beim Kunden verbleibt.

Transparenz:
Telefónica Deutschland kommuniziert transparent, wie und wofür personenbezogene Daten verwendet werden.

Datenschutz:
Telefónica Deutschland schützt personenbezogene Daten in Prozessen, Produkten und Systemen mit Hilfe organisatorischer und technischer Maßnahmen. Auch Dienstleister halten sich vollumfänglich an die gesetzlichen Standards. Eine Weitergabe von Daten an Dritte erfolgt nur mit Einwilligung oder gesetzlicher Erlaubnis. Bei der Auswertung von Informationen für statistische Analysen verwenden wir ausschließlich Daten, die anonymisiert und zusammengefasst sind. Hierbei sind keine Rückschlüsse auf persönliche Informationen möglich.

Innovation:
Telefónica Deutschland tauscht sich frühzeitig mit Aufsichtsbehörden, dem Gesetzgeber und sonstigen Stakeholdern aus. Außerdem nimmt das Unternehmen an der Debatte um Datenschutz in der digitalen Welt aktiv teil. Bei der Entwicklung neuer Dienste und Services beachten und etablieren wir datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen sowie datenschutzfreundliche Designs und Einstellungen.

Warum anonymisierte Daten nutzen?

Aus anonymisierten Daten berechnet Telefónica Bewegungsströme. Intelligent verknüpft, ergeben sich aus diesen Daten wichtige Erkenntnisse, die für Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen ebenso wie für Kommunen, öffentliche Verkehrsbetriebe und die Gesellschaft insgesamt relevant sind. Das TÜV-zertifizierte Anonymisierungsverfahren von Telefónica Deutschland schützt die Privatsphäre der Kunden und lässt keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen zu.

Die Data Anonymization Platform

Schauen Sie sich diesen Jeck an und entdecken Sie, wie er in drei Schritten anonymisiert wird...

Ausgangslage:
Am Rosenmontag bestimmen ihn besondere Merkmale. Zusammengefasst entsteht aus einzelnen Merkmalen ein eindeutiger Datensatz.
 
Schritt 1:
Am Rosenmontag ist aber nicht nur ein Jeck unterwegs. Die Datensätze aller Jecken werden in ihre kleinstmöglichen Bestandteile zerlegt und der Personenbezug entfernt. Nun zueinander passende Bestandteile werden zusammengefasst und an unterschiedlichen Orten sicher gespeichert.
Schritt 2:
Die Merkmale werden verallgemeinert, per Zufallsprinzip leicht verändert oder sogar verworfen. Der orangefarbene Hut wird beispielsweise blau. Dadurch werden Rückschlüsse auf einzelne Personen unmöglich.
Schritt 3:
Kann man gleichartige Merkmale einer größeren Gruppe zuordnen, werden die gesammelten Daten aus dem Mobilfunk auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Aus diesen Statistiken können wertvolle Erkenntnisse abgeleitet werden. Unser Jeck vom Anfang ist in der Statistik nicht mehr erkennbar.