Das deutsche Mobilfunk-Marktumfeld blieb im Geschäftsjahr 2018 über alle Segmente hinweg dynamisch, jedoch rational, mit einer klaren Ausrichtung auf profitables Wachstum durch verstärkte Datennutzung der Kunden und die Monetarisierung von Tarifen mit großem Datenvolumen. Um dies zu unterstützen und zu fördern, erweiterten wir unser Portfolio um die neuen O2 Free Tarife mit Boost-Option zur Verdoppelung des Datenvolumens und der einzigartigen O2 Connect-Funktion für bis zu 10 Geräte sowie um verschiedene Unlimited Tarife im Privatkunden- und Geschäfts­kundenbereich.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2018 haben wir die Netzintegration weitestgehend abgeschlossen und die Netztest-Ergebnisse belegen deren positive Auswirkung. So konnte das Telefónica Deutschland Netz eine klare Notenverbesserung unter anderem im CHIP-Test und im Netztest der connect erzielen. Parallel zur Finalisierung der Netz­integration haben wir den LTE-Ausbau bundesweit vorangetrieben und in nahezu allen Städten in Deutschland unser Netz mit zusätz­lichen LTE-Elementen verdichtet. Neben dem LTE-Ausbau entlang wichtiger Verkehrsinfrastrukturen haben wir auch in dünn besiedelten Gebieten zusätzliche Gemeinden an unser Netz angeschlossen. Insgesamt hat unser Netz in 2018 damit mehr als 6.700 LTE-Stationen hinzugewonnen. Um die Kooperation mit den anderen Netzbetreibern sicherzustellen, unterzeichneten wir im Geschäftsjahr 2018 den nationalen Mobilfunkpakt sowie die Mobilfunkpakte in Bayern und Hessen. Außerdem schlossen wir Vereinbarungen mit der Deutschen Telekom, NGN FIBER NETWORK, GasLINE und Unitymedia für die Anbindung unserer Mobilfunkstandorte an deren Glasfaserinfrastruktur. In Vorbereitung auf die Einführung des Mobilfunkstandards 5G planen wir bis 2022 ca. 70 Prozent unserer Standorte mit Glas­faser anzubinden und treiben wir innovative Projekte mit verschiedenen Partnern voran. Dazu gehören u. a. das „5G Connected Mobility Projekt“ mit Ericsson, der Aufbau des gemeinsamen Testnetzes „Early 5G Innovation Cluster“ mit Nokia sowie der Test von „Fixed-Wireless-Access (FWA)“-Anschlüssen in Zusammenarbeit mit Samsung. Insgesamt schaffen wir mit unseren umfangreichen Netzmaßnahmen ein vollintegriertes, modernes und leistungsfähigeres Netz für unsere Kunden sowie ein optimales Fundament für künftige Netztechnologien wie 5G.

Damit sind wir auf dem richtigen Weg, um Deutschlands „Mobile Customer & Digital Champion“ zu werden. Unser im Rahmen unseres ersten Kapitalmarkttages im Februar 2018 vorgestelltes Transformationsprogramm „Digital4Growth“ stellt dabei konsequent die Bedürfnisse der Kunden und das Nutzererlebnis im digitalen Zeitalter ins Zentrum. Wir schaffen damit die Voraussetzung für weiteres profitables Wachstum.

Per Ende Dezember 2018 belief sich die Zahl der Kundenanschlüsse der Telefónica Deutschland Gruppe auf 47,1 Mio., ein Rückgang um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Mobilfunkanschlüsse gingen dabei auf 42,8 Mio. zurück, ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies lag hauptsächlich am Rückgang der Kundenbasis im mobilen Prepaid-Bereich, der auf Änderungen im regulatorischen Umfeld (Legitimationsprüfung und Europäische Roaming-Verordnung) zurückzuführen ist. Das mobile Postpaid-Geschäft zeigte mit 1.002 Tsd. Netto-Neuanschlüssen weiterhin einen positiven Trend.

Die Umsatzerlöse lagen im Geschäftsjahr 2018 bei 7.320 Mio. EUR, ein Plus von 0,3 Prozent im Jahresvergleich (-0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei 7.290 Mio. EUR nach IAS 18). Bereinigt um negative regulatorisch bedingte Einbußen von 44 Mio. EUR im gesamten Jahr (hauptsächlich im Zusammenhang mit der europäischen Roaming-­Verordnung) beliefen sich die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2018 auf 7.364 Mio. EUR, ein Zugewinn von 0,9 Prozent (auf 7.334 Mio. EUR, ein Zugewinn von 0,5 Prozent nach IAS 18) im Jahresvergleich.
Das OIBDA vor Sonder- und regulatorischen Effekten stieg im Geschäftsjahr 2018 um +5,3 Prozent auf 1.938 Mio. EUR (+3,4 Prozent auf 1.903 Mio. EUR ggü. Vorjahr nach IAS 18). Die Sondereffekte beliefen sich auf 87 Mio. EUR und hingen hauptsächlich mit der Netzkonsolidierung zusammen. Nutzungselastizitätseffekte im Zusammenhang mit der europäischen Roaming-Gesetzgebung stellten die Hauptgründe für die negativen regulatorisch bedingten Einbußen in Höhe von 54 Mio. EUR dar. Die zusätzlichen Einsparungen aus OIBDA-relevanten Integrationsaktivitäten betrugen für das Geschäftsjahr 2018 insgesamt etwa 100 Mio. EUR. Der gute Fortschritt der Netzkonsolidierung ermöglichte uns dabei, im Gesamtjahr Einsparungen in Höhe von ~20 Mio. EUR von 2019 in 2018 vorzuziehen. Auf dieser Basis stieg die OIBDA-Marge vor Sondereffekten und regulatorischen Effekten1 im Jahresvergleich um 1,1 Prozentpunkte auf 26,3 Prozent.
HL4_oibda_marge
Der Investitionsaufwand (CapEx)2 stieg bedingt durch die massive Netzkonsolidierung und gleichzeitigem LTE-Ausbau im Jahresvergleich um 16 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr auf 966 Mio. EUR, wobei zusätzliche CapEx-Synergien in Höhe von ca. 50 Mio. EUR realisiert wurden.

Die konsolidierten Nettofinanzschulden3 gingen zum Ende Dezember 2018 als Folge des typischen unterjährigen Verlaufs des Free Cash Flow auf 1.129 Mio. EUR zurück. Der Verschuldungsgrad betrug 0,6x und blieb damit innerhalb unseres Zielverschuldungsgrads von maximal 1,0x.

Eine ausführlichere Darstellung des Finanzausblicks für 2019 entnehmen Sie bitte dem Konzernlagebericht.



1 Sondereffekte umfassten im Zeitraum von Januar bis Dezember 2018 Restrukturierungskosten in Höhe von 84 Mio. EUR und akquisitionsbedingte Beratungskosten in Höhe von 2 Mio. EUR; die regulatorischen Effekte betrugen für den Zeitraum von Januar bis Dezember 2018 54 Mio. EUR

2 Inklusive der Zugänge aus aktivierten Finanzierungsleasingverhältnissen und exklusive der aktivierten Fremdkapitalkosten für Investitionen in Spektrum

3 Nettofinanzschulden beinhalten kurz- und langfristige zinstragende finanzielle Vermögenswerte und zinstragende Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, jedoch keine Zahlungen für Mobilfunkfrequenzen